Verwahrentgelt und Negativzins: Alle Informationen für Sie klar zusammengefasst

Die Niedrigzinspolitik der Europäischen Zentralbank (EZB): Sparer und Banken beklagen sie gleichermaßen. Um unsere Kunden nicht zu belasten, haben wir die Minuszinsen, die wir selbst an die EZB zahlen müssen, bislang nicht an unsere Kunden weitergegeben. Da jedoch keine Trendwende in Sicht ist und sich der Kurs der EZB fortsetzt, müssen wir nun im Sinne unserer Genossenschaft handeln und führen ein Verwahrentgelt und einen Negativzins ein.

 

In den kommenden Monaten werden wir deshalb nach und nach Bestandskunden mit hohen Einlagen auf Giro- und Tagesgeldkonten kontaktieren, um mögliche Lösungswege zu besprechen. Da wir hohe Freibeträge gewähren, sind über 90 Prozent unserer Kunden nicht betroffen.

Es gelten folgende Freibeträge:

Verwahrentgelt gemäß folgender Staffelung Zinssatz
PSD GiroDirekt*

ab 10.000,01 EUR

0,50% p.a.          
PSD JugendGiro

  ab 10.000,01 EUR

0,50% p.a.          
PSD GiroDepot ab 0,01 EUR 0,50 % p.a.          
PSD GiroKonto

ab 0,01 EUR 

0,50 % p.a.          

*ausgenommen: Baugirokonto in den ersten 24 Monaten.

Negativzins gemäß folgender Staffelung Zinssatz
PSD TagesGeld    ab 100.000,01 EUR  minus 0,50% p.a.

Als Kunde der PSD Bank Nürnberg werden Sie sich fragen: Was muss ich jetzt tun? Wir wollen gemeinsam mit Ihnen aktiv werden. Daher suchen wir mit betroffenen Kunden das individuelle Gespräch, um mögliche Entgelte zu identifizieren, zu begrenzen oder gänzlich zu vermeiden.


Wir leben von der Zufriedenheit unserer Kunden und möchten aus der Weitergabe der Strafzinsen keineswegs Profit schlagen. Um zukunftsfähig zu bleiben, müssen wir nun jedoch auf die Kosten, die uns durch die Zinspolitik der EZB entstehen, reagieren.

Lassen Sie sich von uns beraten, um das Beste aus Ihrem Vermögen zu machen. Wenn es Ihnen gut geht, geht es uns gut, und der genossenschaftliche Gedanke der „Hilfe zur Selbsthilfe“ bleibt immer Kern unseres Handelns.

Fragen und Antworten zum Negativzins

Wann und für wen werden Verwahrentgelt und Negativzins bei der PSD Bank eingeführt?

Um unsere Kunden nicht zu belasten, haben wir die Minuszinsen, die wir seit 2014 an die EZB zahlen müssen, bisher nicht weitergegeben. Da keine Zinswende in Sicht ist, führt die PSD Bank Nürnberg für Neukunden ab dem 15.04.2021 ein Verwahrentgelt bzw. einen Negativzins ein.

Mit betroffenen Bestandskunden wird nach und nach persönlich Kontakt aufgenommen, um individuell die beste Lösung zu finden. 

Wieso werden auch für Bestandskunden Verwahrentgelt und Negativzins eingeführt?

Sparer häufen trotz der niedrigen Zinsen weiterhin sehr große Einlagen auf ihren Konten an, statt wie von der EZB gewünscht Kredite aufzunehmen.

Banken sind dazu verpflichtet, für Einlagen oberhalb eines Freibetrags einen Strafzins an die EZB zu zahlen, der im Moment minus 0,5 Prozent beträgt. Aufgrund der beträchtlichen Kosten, die daraus für Banken entstehen, ist es auf Dauer herausfordernd, die bewährten Kontomodelle aufrechtzuerhalten, ohne einen Teil des Aufwands auch an Bestandskunden weiterzugeben.

Wie konnte es zu so niedrigen Zinsen kommen?

Das liegt vor allem an der Geldpolitik der Europäischen Zentralbank. Ihre Aufgabe ist es, für stabile Preise zu sorgen. Die EZB möchte die Konjunktur ankurbeln. Ein wichtiges Steuerungsinstrument hierfür ist der EZB-Leitzins. Der niedrige Leitzins soll Kredite günstiger machen und damit Investitionen fördern.

Zugleich wirkt sich dies aber negativ auf die Verzinsung von Spareinlagen aus.

Warum müssen Banken Geld bei der EZB anlegen?

Banken sind gesetzlich dazu verpflichtet, eine sogenannte Mindestreserve bei der Europäischen Zentralbank (EZB) zu halten. Diese bemisst sich am Bestand an täglich verfügbaren Einlagen, Festzinseinlagen mit vereinbarter Laufzeit von bis zu zwei Jahren und kurzfristigen Schuldverschreibungen der Institute. Die Mindestreserve soll unter anderem zur Stabilisierung der Geldmarktzinsen beitragen.

Für Gelder, die über die Mindestreserve hinausgehen, müssen Banken seit inzwischen fünf Jahren einen „Strafzins“ zahlen. Dieser liegt aktuell bei minus 0,5 Prozent.

Kann die PSD Bank die Niedrigzinsphase nicht aus Reserven überbrücken?

Die PSD Bank Nürnberg eG hat in der Vergangenheit solide und nachhaltig gewirtschaftet. Auch das vorige Geschäftsjahr verlief erfolgreich und wir haben ausreichende Reserven. Es wäre jedoch nicht im Sinne der Genossenschaft, die aktuelle Zinsbelastung, die sich voraussichtlich weiter fortsetzen wird, vollständig aus Reserven zu finanzieren. 

Nutzt die PSD Bank die Weitergabe von Negativzinsen an Kunden als zusätzliche Einnahmequelle?

Wir wollen von Verwahrentgelt und Negativzins nicht profitieren. Haben Banken Guthaben bei der EZB, so müssen sie für Einlagen einen Strafzins zahlen, der im Moment minus 0,5 Prozent beträgt. Dadurch können den Banken beträchtliche Kosten entstehen.

Von einer zusätzlichen Ertragsquelle kann daher nicht die Rede sein. Es geht vielmehr darum, die Belastung, die durch die Zahlungen an die EZB entstehen, auf ein vertretbares Maß einzugrenzen und vorausschauend zu handeln.

Wann wird es wieder Guthabenzinsen geben?

Wir rechnen damit, dass sich die Niedrigzinsphase weiter fortsetzt. Wie lange sie noch andauern wird, ist nicht vorherzusehen. Im Moment gibt es keine Anzeichen für eine Trendwende.

Bekommt man für Kredite jetzt Geld, statt Zinsen zu zahlen?

Da Kredite nicht in jedem Fall vollständig zurückgezahlt werden, müssen Banken Geld zurücklegen, um Kreditausfälle finanzieren zu können. Durch diese sogenannten Risikoprämien erhöht sich der reine Kreditzins. Daher sind Kredit- und Darlehenszinsen noch nicht negativ.

Was ändert sich für mein Girokonto?

Ihr PSD GiroDirekt oder PSD JugendGiro können Sie wie gewohnt ohne Kontoführungsgebühren weiterführen. Erst ab einem Guthaben über von über 10.000 € wird das Verwahrentgelt für den darüberliegenden Betrag erhoben.

Da Ihr Guthaben auf Ihrem Girokonto inflationsbedingt jedoch auf Dauer an Wert verliert, empfehlen wir, über andere Formen der Geldanlage nachzudenken. Vereinbaren Sie hierzu jederzeit gerne einen Beratungstermin mit uns.

Was ändert sich für mein Tagesgeldkonto?

Ihr PSD TagesGeld können Sie wie gewohnt weiterführen. Erst ab einem Guthaben von über 100.000 € wird der Negativzins für den darüberliegenden Betrag erhoben.

Wir empfehlen aufgrund der niedrigen Rendite auf Tagesgeldkonten über andere Formen der Geldanlage nachzudenken. Vereinbaren Sie hierzu jederzeit gerne einen Beratungstermin mit uns.