PSD Zinskommentar - Die Zinsentwicklung im Vergleich

Prof. Dr. Klaus Fleischer, Hochschule München, weist langjährige Erfahrung u. a. auf dem Gebiet der Immobilienfinanzierung auf.

Sein Kompetenzfeld umfasst vor allem aktuelle Veränderungen und deren Folgen im Immobiliensektor.

 

Prof. Dr. Klaus Fleischer

Niedrige Inflationsrate bremst Zinsanstieg

Der Druck auf die Europäische Zentralbank (EZB) deutliche Zeichen einer baldigen Kehrtwende in der ultralockeren Geldpoltik zu setzen wird immer größer. Nachdem nicht nur die Verfassungsrichter die milliardenschweren Anleihekäufe der EZB mit Bedenken sehen, soll nun der Europäische Gerichtshof eingeschaltet werden. Auch ermutigende Konjunkturdaten für die gesamte Eurozone mit einem überraschend starken Wachstum der Wirtschaftskraft im zweiten Quartal von 2,2 Prozent gegenüber dem Vorjahr signalisieren, dass ein weiteres Steuern mit Negativzinsen gegen eine vermeintlich drohende wirtschaftliche Rezession sich als kontraproduktiv erweist. Für weitere Unsicherheit sorgen allerdings politische Querelen in den USA und gegenseitige schroffe Drohungen mit Nordkorea. Mit Abschwächung des Angriffsgebahrens beider Seiten tritt allerdings die Geopolitik für die Finanzmärkte in den Hintergrund. Der Fokus liegt wieder stärker auf den Konjunkturdaten und der Entwicklung der Inflationsrate. Für die Geldpolitik der EZB hat sie höchste Priorität. Erst wenn die Inflationsrate im Euroraum, die gegenwärtig beharrlich bei 1,3 Prozent liegt, sich der Zielmarke von zwei Prozent nähert, werden aller Voraussicht nach die Währungshüter aktiv ihre Billiggeldpolitik überdenken und mit kleinen Schritten die Leitzinsen anheben. Auch die amerikanischen Währungshüter dürften sich mit einer weiteren Zinserhöhung solange zurückhalten, bis es verlässliche Hinweise gibt, dass sich eine nachhaltige Teuerung auch dort abzeichnet.

Zinsentwicklung

Dem Jahreshoch beim Baugeld im Juli folgt nun eine leichte Abschwächung.  5-jährige Hypothekendarlehen verbilligten sich im Schnitt auf 1,11% (Vormonat 1,16%%). Gleichfalls ermäßigte sich 10-jähriges Baugeld auf 1,40% (1,45%). Die langen Laufzeiten mit 15-jähriger und 20-jähriger Zinsfestschreibung sind mit 1,91% (1,93%) beziehungsweise mit 2,17% (2,15%) gleichfalls weiter sehr günstig.

Fazit

Binnen zwölf Monaten hat sich zehnjähriges Baugeld von 1,07 Prozent auf 1,40 Prozent verteuert. Dies beinhaltet weitgehend eine Vorwegnahme der Märkte, dass die EZB sich dem Druck auf längere Sicht nicht zu widersetzen vermag. Experten rechnen deshalb, dass sie spätestens mit Jahresende ihr Billionenschweres Megakaufprogramm für Anleihen reduzieren und die Leitzinsen im Schlepptau geringfügig von der Nulllinie nach oben anheben wird. Kurzfristig ist in den nächsten Monaten mit Seitwärtsbewegungen zu rechnen, da die Inflationsentwicklung die Handlungsaktivität der Zentralbanken blockiert. Druck auf die Konditionen der Anbieter ergibt sich durch einen harten Wettbewerb, der zudem durch rückläufige Baugenehmigungen, die im ersten Halbjahr um 7,3 Prozent abnahmen, verstärkt wird. Häuslebauer sind dennoch gut beraten sich das derzeit immer noch sehr günstige Zinsniveau, das in Deutschland deutlich unter der Teuerungsrate liegt, langfristig zu sichern. Für die Realisierung des Traums der eigenen vier Wände bedarf es allerdings einer objektiven Markteinschätzung von Angebot und Nachfrage und einer auf Sicherheit bedachten Finanzplanung mit ausreichend eingeplanten Reserven.

Unsere aktuellen Konditionen

 Sollzinsbindung gebundener Sollzinssatz p. a.  effektiver Jahreszins
10 Jahre 1,10 %   1,12 %

Sollzins 1,05 %        Effektivzins 1,07 %
Gültig für Finanzierungen ab 100.000,00 Euro und max. 70 % des Kaufpreises/Herstellungskosten. Höhere Beleihung mit Sollzinsaufschlag möglich. Bereitstellungszinsfreie Zeit: 12 Monate, ab dem 13. Monat 0,25 % pro Monat auf den nicht ausgezahlten Nettodarlehensbetrag.
Beispielrechnung :
Nettodarlehenssumme: 100.000 Euro, Sollzinsbindung: 10 Jahre, Empfang (Auszahlung): 100 %, Tilgung: 2 % p.a., gebundener Sollzinssatz :  1,05 %, effektiver Jahreszins : 1,07 % (berechnet auf die Vertragslaufzeit inkl. Grundbuchkosten für die Neueintragung des Grundpfandrechtes), anfängliche monatliche Teilzahlung: 254,17 Euro, Laufzeit: 40 Jahre und 3 Monate, Ratenzahlungen: 483, zu zahlender Gesamtbetrag: 122.905,60 Euro  (die angegebene Laufzeit unterstellt, dass der Sollzinssatz auch nach Ablauf der Sollzinsbindung unverändert bleibt). Das Verbraucherdarlehen wird durch ein Grundpfandrecht in gleicher Höhe besichert.

Sollzinsen freibleibend, gültig ab 12.04.2017

Hier finden Sie weitere Informationen zum EURIBOR, welcher als Referenzzinssatz für veränderliche Darlehen herangezogen wird.