PSD Zinskommentar - Die Zinsentwicklung im Vergleich

Prof. Dr. Klaus Fleischer, Hochschule München, weist langjährige Erfahrung u. a. auf dem Gebiet der Immobilienfinanzierung auf.

Sein Kompetenzfeld umfasst vor allem aktuelle Veränderungen und deren Folgen im Immobiliensektor.

 

Prof. Dr. Klaus Fleischer

Euro-Höhenflug und Krisenherd Korea sorgen für weiter günstiges Baugeld

Dem globalem Konjunkturaufschwung stellen sich derzeit neue Risiken wie Nordkorea-Konflikt, Flüchtlingsdrama in Myanmar, US-Schuldenobergrenze, Londoner U-Bahn Anschlag und die Auswirkungen von Naturkatastrophen entgegen. So wird befürchtet, dass die verheerenden Hurrikans „Harvey“ und „Irma“, das Jahrhundertbeben in Mexiko, die Monsunfluten in Indien negative Folgen auf das Wirtschaftswachstum haben werden.
In diesem Umfeld der Verunsicherung bleiben die US-Notenbank Fed und die Europäische Zentralbank (EZB) die Vorlage ihrer Masterpläne weiter schuldig, wie sie die avisierte Normalisierung und Rückführung ihrer ultralockeren Geldpolitik in Angriff nehmen wollen. Während die Notenbanker sich bedeckt halten werden von Marktbetrachtern unterschiedliche Modelle über Zeithorizont und Volumen der monatlichen Rückführung der Anleihekäufe sowie über den Abbau der aufgeblähten Notenbankbilanzen diskutiert. Konsens besteht darin, dass die Währungshüter zeitnah großen Handlungsbedarf und dabei äußerst behutsam und individuell vorzugehen haben. Für die EZB bedeutet dies, dass sie voraussichtlich bis zum Jahresende die Ankündigung monatlicher Reduzierung der Anleihekäufe für das kommende Jahr in der Bandbreite von 5-20 Mrd. Euro monatlich ankündigen dürfte. Schonende Markteingriffe in den Kapitalmarkt werden von der Furcht einer weiteren Aufwertung des Euro geprägt. Ein weiterer Höhenflug der Eurowährung führt zu einer Verteuerung der Exporte und einer möglichen Gefährdung des Konjunkturaufschwungs. Zusätzliche Sorge bereitet die Inflationsrate im Euroraum. Derzeit liegt sie trotz leichtem Anstieg bei 1,5 Prozent (Deutschland 1,8 Prozent) immer noch deutlich unter der von der EZB angestrebten zwei Prozentmarke.
Die Unsicherheit auf den Märkten führt bei Investoren zu einer Bevorzugung von sicheren Anlagen wie Sachinvestitionen und Bundesanleihen, deren Renditen sich aufgrund hoher Nachfrage wieder abschwächten. Hiervon konnten die Bauzinsen gleichfalls profitieren und die leichte Abschwächung der Bauzinsen zum Jahreshoch setzte sich weiter fort.

Zinsentwicklung

Baugeld konnte sich erneut verbilligen. 5-jährige Hypothekendarlehen liegen im Schnitt aktuell bei 1,05% (Vormonat 1,11%). 10-jähriges Baugeld ermäßigte sich auf 1,32% (1,40%). Sehr attraktiv sind die langen Laufzeiten 15-jährige und 20-jährige Zinsfestschreibung mit 1,82% (1,91%) beziehungsweise 2,09% (2,17%).

Fazit

Für Häuslebauer bleibt die Sorge einer baldigen merklichen Erhöhung der Bauzinsen unbegründet. Auch dürfte mit Ende des europäischen Wahljahres der Ausgang der Bundestagswahl keine zu große politische Überraschung mit sich bringen. Der Höhenflug des Euro mit einem Anstieg derzeit um ca. 15 Prozent bedroht den Konjunkturaufschwung. Bei Anhalten des Aufwertungstrends des Euro werden die Zinskonditionen zumindest in den nächsten Monaten mit Ausblick bis zu einem Jahr weiter extrem günstig bleiben. Je nach Marktlage können sie sich auch nochmals geringfügig verbessern. Dies setzt Immobilienkäufer bei ihrer Finanzierung nicht unter Druck, zumal je nach Marktlage die Konditionen sich auch nochmals geringfügig verbessern können. Die Ruhe an der Zinsfront für Immobilienkäufer wird allerdings nach wie vor von einem hohen und steigenden Preisniveau bei Objekten in Bestlagen getrübt. Allerdings spricht aktuell viel für ein langsames Auslaufen des Preisbooms. Beim Kauf einer Immobilie gilt es wohlüberlegt das passende Objekt zur Lebensplanung zu finden und bei guter Marktlage die äußerst günstige Zinsentwicklung für Neu- und Anschlussfinanzierungen mit möglichst langfristigen Zinsbindungen zu nutzen.

Unsere aktuellen Konditionen

 Sollzinsbindung gebundener Sollzinssatz p. a.  effektiver Jahreszins
10 Jahre 1,10 %   1,12 %

Sollzins 1,05 %        Effektivzins 1,07 %
Gültig für Finanzierungen ab 100.000,00 Euro und max. 70 % des Kaufpreises/Herstellungskosten. Höhere Beleihung mit Sollzinsaufschlag möglich. Bereitstellungszinsfreie Zeit: 12 Monate, ab dem 13. Monat 0,25 % pro Monat auf den nicht ausgezahlten Nettodarlehensbetrag.
Beispielrechnung :
Nettodarlehenssumme: 100.000 Euro, Sollzinsbindung: 10 Jahre, Empfang (Auszahlung): 100 %, Tilgung: 2 % p.a., gebundener Sollzinssatz :  1,05 %, effektiver Jahreszins : 1,07 % (berechnet auf die Vertragslaufzeit inkl. Grundbuchkosten für die Neueintragung des Grundpfandrechtes), anfängliche monatliche Teilzahlung: 254,17 Euro, Laufzeit: 40 Jahre und 3 Monate, Ratenzahlungen: 483, zu zahlender Gesamtbetrag: 122.905,60 Euro  (die angegebene Laufzeit unterstellt, dass der Sollzinssatz auch nach Ablauf der Sollzinsbindung unverändert bleibt). Das Verbraucherdarlehen wird durch ein Grundpfandrecht in gleicher Höhe besichert.

Sollzinsen freibleibend, gültig ab 12.04.2017

Hier finden Sie weitere Informationen zum EURIBOR, welcher als Referenzzinssatz für veränderliche Darlehen herangezogen wird.